F. Mendelssohn-Bartholdy  Manuskript des Oktetts op. 20

F. Mendelssohn-Bartholdy

Manuskript des Oktetts op. 20

Ursprung der Gattung

Das Streichoktett ist eine der größten, komplexesten und wohlklingendsten Formationen der Kammermusik. Es vereint die Qualitäten des Streichtrios und des Streichquartetts mit dem Volumen und der Vielseitigkeit eines Kammerorchesters.

Das 1. und bekannteste Streichoktett wurde 1825 vom 16-jährigen Felix-Mendelssohn-Bartholdy (op. 20) in einer neuen, frischen und jugendlichen Art komponiert. Er schrieb: „Dieses Oktett muß im Stil einer Symphonie in allen Stimmen gespielt werden; die Pianos und Fortes müssen sehr genau und deutlich gesondert und schärfer hervorgehoben werden als es sonst bei Stücken dieser Gattung geschieht.“ Sein Werk inspirierte große Komponisten wie Dimitri Schostakowitsch, George Enescu, Reinhard Gliere u.v.a., die ihre Meisterwerke diesem Genre hinzufügten.

Das sogenannte Doppelquartett wird aus zwei Streichquartetten geformt, oft antiphonisch konzipiert. Das erste, leider unvollendete Beispiel komponierte Andreas Romberg (1820). Nach diesem Vorbild schuf Louis Spohr zwischen 1823 und 1847 die vier wohl bekanntesten Doppelquartette (opp. 65, 77, 87, 136). Berühmte spätere Beispiele schufen Nikolay Afanasyev (Housewarming, Le Souvenir) und Darius Milhaud. Milhauds 14. und 15. Streichquartett op. 291 (1948-1949) können gleichzeitig und somit als Oktett gespielt werden.

Es werden weiterhin Werke für diese Gattung komponiert.